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Worauf sollte man bei dem Kauf eines Porsche Oldtimers achten?

Classic Company, 10.12.2021 Wissenswert

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Worauf sollte man bei dem Kauf eines Porsche Oldtimers achten?

Als Hersteller von Sportwagen bietet Porsche eine Modellvielfalt, die das Herz eines jeden Autokenners höherschlagen lässt. Wie stets in seiner langen Firmengeschichte ist Porsche auch heute ein Vorreiter in der Automobilbranche. 

So sehr die aktuellen Modelle den Interessierten auch fesseln, umso mehr stehen die Modelle der Firmengeschichte für die bereits damals gegründete Faszination des technisch Machbaren.

Was macht einen Porsche Oldtimer aus und worauf sollte man bei dem Kauf eines solchen Fahrzeuges achten?
 

Porsche 356 – größtenteils unproblematisch

Grundsätzlich gilt der Porsche 356 von seiner technischen Seite her als unproblematisch. Allenfalls die Karosserie könnte sich als Kostenfalle erweisen. Da beispielsweise die Kotflügel nicht mit der Karosserie verschraubt, sondern verschweißt sind und bei der Produktion des 356 mit Zinn als Füllmaterial gearbeitet wurde, ist eine fachgerechte Restauration der Karosserie sehr teuer.

Hierbei sollte insbesondere auf Karosserieregionen wie den Vorderkotflügeln auf Höhe der A-Säule, dem Batteriebereich im Kofferraum und den Schwellern geachtet werden. Des Weiteren ist es sinnvoll, auch die Karosseriesäulen im Bereich der Schlösser und das Heck unterhalb des Fensters gründlich zu begutachten. Betrachtet man einen Porsche 356 mittels einer Hebebühne von Unten, sollte man das Bodenblech und die den Vorderbau stabilisierende, sogenannte V-Strebe genau Prüfen.

 

Wenig kostspielige Mängelursachen beim 356

Ein kostspieliger Schwachpunkt kann der Wärmetauscher eines Porsche 356 sein. Deshalb sollte dieser genau auf Funktion geprüft werden. Bei Austausch beziehungsweise Reparatur kann dieses schnell 4-stellige Eurobeträge verschlingen. Als ebenfalls sehr teuer erweisen sich die Neubeschaffung oder die Reparatur der Lenkung oder Bremstrommeln der Porsche 356 A und B. Die 60 und 75 PS leistenden Motoren des Porsche 356 gelten als langlebig. Diese mit Stößelstangen als Ventiltrieb ausgestatteten Motoren sind bauartbedingt keinen hohen Drehzahlen ausgesetzt. Dennoch sollte man auf Ölverlust oder ausgeschlagene Drosselklappenwellen der Vergaser achten.

 

Gesicherte Ersatzteilversorgung nicht nur durch Porsche

Die Ersatzteillage kann man als gut betrachten. Die Teile lassen sich über Porsche Classic oder auch den vielen freien Händlern beziehen. Der Markt der Ersatzteile für den Porsche 356 ist immer noch sehr gut. Schrauber und Werkstätten beziehen die Teile direkt über Porsche Classic oder die vielen freien Händler. Einzig die zum Teil hohen Preise der Ersatzteile trüben die Freude über die gute Versorgung.

Einzig die hohen Preise der Ersatzteile lassen sich bemängeln. Die Oldtimerszene, die sich mit dem 356 beschäftigt, findet sich in einschlägigen Foren und Porsche Klubs wieder. Diese sind selbstverständlich online präsent und stehen stets hilfsbereit zur Seite.

 

Klassische Porsche Modelle als Wertanlage

Beschäftigt man sich gedanklich mit der Anschaffung eines Oldtimers, spielt dieser nicht nur als fahrbarer Untersatz eine entscheidende Rolle. Ganz gleich, wie man zu einem Oldtimer steht, es ist nicht unerheblich, wie sich ein Fahrzeug dieser Gattung im Laufe der Zeit preislich entwickelt. Grundsätzlich gilt die Regel: Je seltener, desto wertvoller.

Natürlich trifft dieses auch uneingeschränkt auf den Porsche 356 zu. Die selbstverständlich zustandsabhängigen Preise liegen im Falle des 356 bei ca. 20.000€ für ein mäßig erhaltenes Modell und ca. 60.000 € für einen Porsche 356 im Zustand 2. Da der Markt für klassische Automobile in den vergangenen Jahren einem stetigen Wachstum ausgesetzt war, ist davon auszugehen, dass Oldtimer auch in Zukunft eine Wertanlage darstellen.
 

Neue Käufergeneration am Oldtimermarkt

Kenner der Oldtimerszene haben einen interessanten Umbruch am Oldtimermarkt festgestellt. Inzwischen drängt eine Käufergeneration auf den Markt, die sich für modernere Klassiker der 1970er bis 2000er-Jahre interessieren. Sie beschäftigen sich mit dem Kauf eines Fahrzeuges dieser Zeitepoche und möchten sich damit einen Kindheitstraum erfüllen. Dieses Denken verändert das Gefüge über das Angebot und die Nachfrage. Somit wird der Preis geregelt. Analysten der sogenannten Hystoric Automobile Group die sich mit dem Wertzuwachs bei klassischen Automobilen beschäftigten, verzeichneten auf diesem Wege einen 20%igen Wertzuwachs bei Porscheklassikern.

 

Porsche 911-als „G-Modell“: ausgereift, robust und alltagstauglich

Das sogenannte „G-Modell“ des Porsche 911 ist an den kastenförmig gestalteten Stoßfängern mit Faltenbälgen und integrierten Blinkern erkennbar. Diese wurden ab dem Modelljahr 1974 eingeführt. Hintergrund war die damals neu eingeführte US-Vorschrift, dass eine Kollision mit einer Geschwindigkeit von 8 km/h keine Schäden am Fahrzeug verursachen durfte.

Bei dem Kauf eines Porsche 911 Modell G gilt der Grundsatz: Es gibt keine billigen Porsche 911. Nur reparaturbedürftige Modelle sind günstig. Aber von derartigen Fahrzeugen sollte man besser die Finger lassen.

 

Ab 1976 beginnende Rostvorsorge

Gerade bei den Baujahren 1974/1975 war Rost noch ein großes Thema. Erst ab dem Modelljahr 1976 verbesserte sich die Rostvorsorge, da die Karosserie von da an feuerverzinkt wurde. Ist ein Modell G dennoch vom Rost befallen, tritt dieser meist an den A-Säulen, dem Schweller, dem unteren Ende der B-Säule, den Lampentöpfen und den Türkanten auf. Teuer wird es bei dem Instandsetzen von Rost befallenen Prallrohraufnahmen der vorderen Stoßstangen.

 

Problemzonen des Porsche 911 Cabrio

Bei der Cabrioversion des 911 liegen die Probleme zum Beispiel an UV-Schäden der Innenausstattung. Sind die Dichtungen oder das Verdeck verschlissen, kann Feuchtigkeit in den Innenraum gelangen. Auch der Bügel des Verdecks, der hinter den Vordersitzen befestigt ist, kann brechen, oder die Motoren der elektrischen Verdeckbetätigung können ausfallen.

Ein weiteres Problem stellt der Ölverlust der luftgekühlten Boxermotoren mit einem Magnesium-Kurbelgehäuse dar. Die mit Kettenspannern versehenen 3,2 Liter Motoren der Carrera Modelle bleiben im Gegensatz zu älteren Motoren von Steuerkettenproblemen verschont.

Ist die hydraulisch betätigte Kupplung der G50-Getriebe der Carrera-Modelle ab Modelljahr 1986 schwergängig, kann die Betätigung der Kupplung defekt sein. Vor allem Carrera mit geringer Laufleistung sind von diesem Fehler befallen.
Außerdem können bei Fahrzeugen bis Baujahr 1976 die Stehbolzen der Zylinderköpfe aus dem Gewinde reißen. Im schlimmsten Fall reißen die Bolzen selbst.